Fairness III

Das Vermächtnis der Wunderstute Fairness III.

Elf gekörte Hengste und über ein Dutzend internationale sowie zahlreiche nationale Sportpferde machen die Erfolgsgeschichte dieses hannoverschen Stutenstammes der international erfolgreichen Rappstute Fairness aus, die mit Hartwig Steenken in den 60er Jahren den Ruf einer „Wunderstute“ erwarb und die vor allem viel Herz, Vorsicht und schnelle Reflexe zu ihren Markenzeichen werden ließ.

Angepaart wurde Fairness III mit Wolfsburg, einem hannoverschen Rapphengst, dem anlässlich der Hengstleistungsprüfung ins Protokoll geschrieben wurde: „Springanlage außergewöhnlich!“

Ihm folgte in der Anpaarung der darauffolgenden Generation der springgewaltige Winnetou v. Ferdinand aus einer Goldfisch Stute.

Die daraus entstandene Wencke ging 1978 nach dem tödlichen Verkehrsunfall von Hartwig Steenken nach Zangersheide zu Leon Melchior und wurde dort zur großen Verbreiterin des Fairness-Stammes. Drei internationale Sportpferde und ein gekörter Hengst zählen zu ihrer Nachzucht. Ihr erster Partner auf Zangersheide war der Holsteiner Jahrhunderthengst Ramiro, von dem sie 1982 Rinnetou Z, 1983 Rival Z, 1984 Rhodos Z und 1985 Rhea Z fohlte.

Rinnetou Z war nach Ratina Z die erfolgreichste Ramiro-Tochter in Zangersheide. Ausgebildet von Willy van der Ham, saß ab 1991 Piet Raymakers im Sattel und gewann in den nächsten Jahren die Weltcup-Qualifikationen in Helsinki, Amsterdam und s’Hertogenbosch sowie den Großen Preis von Antwerpen, war Nationenpreissiegerin in Falsterbo und Drammen. Rinnetou Z gewann 550.000 niederländische Gulden und stand etliche Male in den Top Ten der FEI Weltrangliste.

1996 ging sie in Zangersheide wieder in die Zucht. Vierjährig hatte sie bereits ein Stutfohlen von Almé Z zur Welt gebracht hatte, das unter dem Namen April Love ZH (Mutter von Dennis Lynchs All Star 5 v. Argentinus) einen eigenen und sehr weit verbreiteten Zweig dieser Linie im Mutterland Hannover gründete.

Rinnetou brachte Nachzucht von Artos Z (u.a. Annatou, Mutter von Oak Grove’s Heatthrob und Hilda von der Mittelerde), Air Jordan, Calvaro Z, Cantango und Caretano. Ihr 2000 geborener Fuchs-Sohn Chardonnay (v. Caretano) wurde gekört und stand in Zangersheide im Deckeinsatz, ehe er 2007 nach Amerika verkauft wurde, wo er mit der Peruanerin Michelle Navarro-Grau erfolgreich S-Springen ging.

Rinnetou selbst bekam in Zangersheide ihr Gnadenbrot.

Ihre Vollgeschwister haben ebenfalls Karriere gemacht. Ihr ein Jahr jüngerer Vollbruder Rival Z wurde in Belgien und Zangersheide züchterisch genutzt und setzte ab 1996 seine Zucht- und Sportlaufbahn in Brasilien fort. Der zwei Jahre jüngere Rhodos Z war einer der wenigen Füchse von Ramiro und ging unter Peter Geerink international; gewann u. a. den Großen Preis von Darmstadt. Rhea Z war die jüngste der Ramiro-Vollgeschwister. Sie brachte in Zangersheide das Erfolgspferd Absolom Z (v. Aladin Z), der unter Michael Whitaker für Furore sorgte.

Rinnetous Mutter Wencke Z wurde 1985 tragend von Cor de la Bryère in die Niederlande verkauft, wo 1986 das internationale Erfolgspferd Cornelis Z geboren wurde, der mit Franke Sloothaak, Stefan Rattin und später mit dem Finnen Thomas Ehrenroth in Weltcupspringen, Nationenpreisen und Großen Preisen tolle Erfolge feierte.

1987 wurde die Winnetou-Tochter Wencke letztmalig Mutter. Das Hengstfohlen von Zeus stieg später unter dem Namen Zalza Z mit Nick Skelton in die Weltspitze auf und holte Erfolge u. a. in Toronto, Monaco, Leeuwarden, Dortmund, Rotterdam und Modena.

„Die Stutenfamilie der Fairness liefert ein Paradebeispiel für die positive Entwicklung eines Stutenstammes, quasi von null auf hundert“ (Zitat: Claus Schridde, Züchterforum).

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